2017. Der Alpenraum. Luxus pur!
21.11.2017

Unsere Berge machen Pause. Eine gute Gelegenheit für die Würdigung einer auf der Welt einzigartigen, atemberaubenden, mannigfaltigen, abwechslungsreichen, begeisternden Landschaft, die uns auch dieses Jahr wieder unvergessliche Momente beschert hat.

Im Herzen Europas leben wir in einem Berg-Schlaraffenland! Wenn es auf der Nordseite stürmt, dann fahren wir ein paar Stunden und klettern, oder wandern auf der Alpensüdseite. Und wenn es mal gar nicht klappt, weil überall die Bedingungen hundsmiserabel sind, was soll‘s! In ein paar Stunden sind wir zuhause und genauso schnell wieder retour. Im Verhältnis zu Patagonien, der Himalaya-Region, Antarktis, Ural etc. ist das Umkehren und Wiederkommen hier im Herzen Europas ein Kinderspiel! Wir brauchen keine teuer bezahlte Begehungs-Erlaubnis für knapp bemessene Zeitfenster und einzelne Berge. Keine teuren Flugtickets und keine Sherpas. Wenn es uns danach ist, dann ziehen wir los – mit Sack und Pack – nach Herzenslust. Und jeder findet etwas nach seinem Geschmack. Wandern, Klettern, Klettersteig, Hochtouren. Mit und ohne Rucksacktransport. Immer auf gesicherten und bestens markierten Wegen, mit ausführlichem Kartenmaterial nebst Tourenbeschreibungen. Mit zahlreichen Hütten, warmen Lagern, freundlichen, fleißigen Teams und ausreichend (meist) köstlichem Essen und wer mag bekommt ein Bier, ein Wein, ein Schnaps. Sogar waschen können wir uns auf den meisten Hütten. Alles da! So können wir gehen, tage- und wochenlang.

Schon mal darüber nachgedacht, dass all das einmalig ist auf der Welt? Ist es! Was für ein Luxus unser Alpenraum doch ist. Vom Ötztal bis zum Aostatal, vom Wallis bis zu den Dolomiten, vom Allgäu bis in die Savoyen. Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Slowenien, Liechtenstein und Monaco zählen dazu. Knapp 200.000 Quadratkilometer Alpenfläche bieten eine kulturelle Vielfalt, einen Abenteuer- und Erlebnisspielplatz und einen Rückzugs- und Erholungsort, für den zu erobern ein einziges Leben nicht ausreichend ist.

In vielen Ländern sorgen bestens organisierte Alpenvereine mit zigtausenden von ehrenamtlichen Helfern und unermüdlich arbeitenden Hüttenteams dafür, dass wir diesen Luxus endlos genießen dürfen.

Mitglieder in den Alpenvereinen bekommen on top monatliche Zeitschriften mit inspirierenden Reportagen, wertvolle Toureninformationen, zahlreiche Kursangeboten, Leihmaterial, Vergünstigungen auf den Hütten und wichtigen Versicherungsschutz von Hab und Gut und für die Bergrettung. Schon mal darüber nachgedacht, dass das ganz schön viel Leistung ist, für kleines Geld?

Eine Mitgliedschaft im Alpenverein kostet im Schnitt zwischen 50 und 70 Euro pro Jahr. Das sind 5 Euro im Monat. Dafür kann man in Stuttgart zum Beispiel eine Stunde parken, oder einen Kaffee mit Kuchen genießen, ein kleines Glas Wein trinken. Sehr viel mehr gibt es dafür nicht an Freizeitvergnügen. Jedes Sportstudio verlangt ein Vielfaches an monatlichem Beitrag. Überall kostet der Extra-Service: Sitzplatzbuchung bei der Bahn, Gepäck im Flugzeug, Maut und Tunnelgebühren in vielen Ländern. Egal, was es ist, wir zahlen es bereitwillig, weil es verlangt wird und wir schließlich an unser Ziel wollen.

Wie kann es sein kann, dass es bei den Alpenvereinen für einen geringen Beitrag so viel Leistung gibt? Schließlich wollen auch die Instandhaltung, der Aus- und Neubau der für uns so wertvollen Hütten finanziert werden. Und in der Tat, gerade Letzteres stellt die Alpenvereine vor eine große Herausforderung. Allein der Materialtransport auf die Berge für eine Renovierung verschluckt immense Summen. Ein Beispiel: Rund 3,4 Millionen Euro hat der Neubau des Waltenberger Hauses gekostet, über 2500 Mal war der Hubschrauber für die Materialtransporte im Einsatz, denn die Hütte hat keine Materialseilbahn.

Wieviel sind uns die Berge wert fragen wir uns? Oder besser - die Sicherheit und der Komfort, den uns die (oft ehrenamtliche) Arbeit der Alpenvereine bietet. Wo ist die Schmerzgrenze für den Mitgliedsbeitrag im Alpenverein? Wie hoch sollte ein angemessener Beitrag sein? Tatsächlich bei den 50-70 Euro? Oder wären nicht sogar 80€, 100€, oder gar 120€ angemessen?

Hand aufs Herz: was seid ihr bereit für den Luxus unseres Alpenraumes zu bezahlen? Gerne diskutieren wir mit euch hier, oder auf facebook

Apropos. Wer mit Mitgliedsbeitragen nichts am Hut hat und auch nicht haben möchte, kann auf sehr genussvolle Art und Weise etwas Gutes für die Berge tun: von jeder verkauften Flasche CUVÉE MONT BLANC – spendet das Collegium-Wirtemberg 48,10 Cent an den DAV – und viele ehrenamtliche Helfer bei diesem Projekt inklusive uns, leisten mit ihrer Unterstützung dazu einen tollen Beitrag. Danke an alle!