2017. Frauen auf Hochtouren
16.08.2017

Als wir angefangen haben, die Hochtourenstiefel zu schnüren, mussten wir feststellen, dass mit jedem Höhenmeter die Frauenquote ähnlich rapide wie der Sauerstoff (partialdruck) abnimmt. Wenn man den Fokus dann noch enger schraubt, nämlich auf unsere Zielgruppe ‚Weiblich - 49+‘, sieht es ganz mau aus. In Mixed Teams finden sich weibliche ‚Exemplare‘ noch am ehesten. Eine reine Frauenseilschaft hat absoluten Seltenheitswert.

Frauen, wo seid ihr? Auf dem E5 sind wir euch doch noch lachend und leichtfüßig begegnet! Liegt es an der mangelnden Ausstattung an Haartrocknern auf Höhen über 3.000 Metern? Oder doch am fehlenden Wasser, das es ja auch nicht gibt, was im Übrigen die Abwesenheit von Haartrockner erklärt. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich das Outfit. Grundsätzlich und erst recht, wenn man pink nicht mag, hat frau so ihre Probleme sich für die hohen Höhen adäquat auszustatten. Bei dieser Gelegenheit: liebe Outdoor-Ausstatter! Pretty in Pink ist nicht jederfraus Sache. Und weil wir gerade dabei sind – hier unser ganz persönlicher Aufruf an La Sportiva – unseren absoluten Lieblingskletter- und Hochtourenschuhhersteller. Bitte, bitte, bitte – bietet den Katana Woman auch in anderen Farben an. Das würde nicht nur die Verwechslungsgefahr in der Kletterhalle reduzieren, sondern auch allen Nicht-Pink-Fans pure Glücksgefühle bescheren. So – das wollten wir schon lange mal loswerden.

Zurück zur Frauenquote. An was liegt es wirklich, dass es auf Hochtouren noch so wenige Frauen gibt? 80:20 – optimistisch vielleicht 75:25.

Das ist ein Aufruf: Frauen - wo seid ihr? Es muss ja nicht Extrem-Bergsteigen sein, oder gleich der Mont Blanc! Es gibt ja auch Genuss-Hochtouren. Die weiße Welt oberhalb von 3.000 Metern ist im gesamten Alpenraum so wunderschön. Sie ist ruhig. Für die Augen. Die Seele. Das Gemüt. Hebt man den Blick – so sieht man keine Grenzen mehr. Es gibt dort eine Innerlichkeit, wie man ihr kaum woanders begegnen kann. Ein paar Tage in dieser wundervollen, traumhaften, ursprünglichen Welt und man fühlt sich rundum erneuert.

Und im Übrigen: die Hütten in diesen Höhen sind weitaus komfortabler als die spartanische Landschaft vermuten lassen würde. Eine ausführliche Beschreibung zum Hüttenleben oberhalb von 3.000 Meter folgt in Kürze.

Zur Inspiration unser Buchtipp:
„Erste am Seil: Pionierinnen in Fels und Eis. Wenn Frauen in den Bergen ihren eigenen Weg gehen.“ von Caroline Fink und Karin Steinbach Tarnutzer, 304 Seiten.

Immer wieder haben sich die unterschiedlichsten Frauen trotz widriger Umstände einen festen Platz in der Alpingeschichte erobert und lassen mit spektakulären Leistungen, aber auch mit ihren unabhängigen, selbstbewussten Lebensentwürfen aufhorchen. Das Buch widmet sich sowohl den historischen Anfängen als auch den großen Entwicklungen und einschneidenden Fortschritten sowie den aktuellen Highlights im Frauenalpinismus.

Buchwidmung:
ALLEN, DIE AUF BERGE STEIGEN.
UND DENEN, DIE DAVON TRÄUMEN.

Erhältlich bei: bücher.de | amazon.de

Erste am Seil from Caroline Fink on Vimeo.